Die „Zeller Zeitung“ 1933 – Digitalisierte Ausgaben aus dem Wiesental

Diese Seite versammelt die von uns digitalisierten Ausgaben der „Zeller Zeitung“ aus dem Jahr 1933.
Die einzelnen Ausgaben können direkt online eingesehen werden.
Sie geben Einblicke in das lokale Geschehen im Wiesental sowie in die politische Situation jener Zeit.

Aufbau der Zeitung

Die Zeitung folgt einem klaren Aufbau:
Seite 1–2 – Überregionale politische Berichterstattung
Seite 3–5 – Regionale und lokale Nachrichten aus dem Wiesental
Seite 6 – Lokale Kleinanzeigen

Überlieferung und Zeitraum

Die bislang vorliegenden neun Ausgaben stammen aus dem Zeitraum vom 7. Februar bis 17. März 1933.

Historischer Kontext

Die Ausgaben der „Zeller Zeitung“ entstanden in einer Phase tiefgreifender politischer Umbrüche. Zwischen Januar und März 1933 wurde die demokratische Ordnung des Deutschen Reiches innerhalb weniger Wochen schrittweise beseitigt und durch die nationalsozialistische Diktatur ersetzt.

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Bereits in den folgenden Wochen begannen die Nationalsozialisten, demokratische Strukturen systematisch abzubauen. Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und politische Opposition gerieten zunehmend unter Druck.

Mit der „Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes“ vom 4. Februar 1933 wurden Eingriffe in Presse und Öffentlichkeit erleichtert. Nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 setzte die „Reichstagsbrandverordnung“ wesentliche Grundrechte außer Kraft. Sie bildete die Grundlage für die Verfolgung politischer Gegner, insbesondere von KPD und SPD.

Die Reichstagswahl vom 5. März 1933 fand bereits unter Bedingungen massiver Einschüchterung, Propaganda und Gewalt statt. Im Deutschen Reich erreichte die NSDAP 43,9 % der Stimmen; in Baden lag ihr Ergebnis mit rund 45,4 % etwas höher. Trotz fehlender absoluter Mehrheit gelang es den Nationalsozialisten gemeinsam mit ihren politischen Verbündeten, ihre Macht rasch auszubauen.

Auch in Baden vollzog sich die Machtübernahme innerhalb weniger Tage. Am 10. und 11. März 1933 wurde die badische Regierung zum Rücktritt gezwungen. Robert Wagner übernahm als Reichskommissar beziehungsweise kommissarischer Ministerpräsident die Regierungsgewalt. Verwaltung, Polizei und öffentliche Institutionen wurden anschließend schrittweise gleichgeschaltet und dem NS-Regime unterstellt.

Am 13. März 1933 wurde zudem das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda geschaffen. Joseph Goebbels übernahm als Propagandaminister die zentrale Kontrolle über Presse, Rundfunk, Film, Theater und weite Teile des kulturellen Lebens. Ziel war die gezielte Lenkung und Gleichschaltung der öffentlichen Meinung durch Propaganda, Zensur und politische Manipulation.

Parallel setzte eine Welle von Repression und Gewalt ein. Politische Gegner wurden verfolgt, verhaftet oder eingeschüchtert; oppositionelle Zeitungen gerieten unter Druck oder wurden verboten. Gleichzeitig begannen bereits im Frühjahr 1933 erste antijüdische Maßnahmen, Ausgrenzungen und öffentliche Einschüchterungen.

Quellen und weiterführende Hinweise:
– Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Machteroberung 1933
– Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Baden 1933. Die nationalsozialistische Machtübernahme im Spannungsfeld von Landes- und Reichspolitik
– LEO-BW: Biographie zu Robert Wagner